Power to Lock oder Power to Unlock? So wählen Sie die richtige Zuhaltung für Schutztüren

In Katalogen für Sicherheitszuhaltungen begegnen Ihnen zwei Begriffe: Power to Lock und Power to Unlock. Auf dem Papier wirkt das wie ein Detail, und genau danach fragen uns Kunden oft. Dabei entscheidet diese Wahl, was mit der Tür passiert, wenn die Spannung ausfällt. Und das ist der Moment, in dem Sicherheit am meisten zählt.

Wann Sie eine Zuhaltung brauchen und nicht nur einen Schalter

Ein einfacher Sicherheitsschalter überwacht, ob die Tür geschlossen ist. Öffnet jemand die Tür, stoppt die Maschine. Das reicht, wenn die Maschine steht, bevor die Person die Gefahrenstelle erreicht. Hat die Maschine aber einen Nachlauf (eine Spindel, ein Schwungrad, ein Roboter, der noch ausläuft), genügt der Schalter nicht. Die Tür muss zugehalten und erst freigegeben werden, wenn die Bewegung wirklich steht. Das nennt man Verriegelung mit Zuhaltung, geregelt in der DIN EN ISO 14119.

Power to Unlock: Federkraft hält zu

Die Tür wird mechanisch, durch eine Feder, zugehalten. Zum Entriegeln muss die Steuerung die Spule bestromen, typischerweise erst nach dem Signal einer Stillstandsüberwachung oder nach Ablauf der Nachlaufzeit. Bei Stromausfall bleibt die Tür zu.

Genau deshalb ist dieses Prinzip die bevorzugte Wahl für den Personenschutz. Ein Spannungsausfall darf nicht dazu führen, dass jemand an eine noch nachlaufende Maschine gelangt.

Nicht vergessen: Kann man den Bereich hinter der Tür mit dem ganzen Körper betreten, muss eine Person im Inneren auch ohne Strom herauskommen. Dafür gibt es die Fluchtentriegelung von innen, zum Beispiel einen Griff mit rückseitigem Entriegelungshebel.

Power to Lock: Magnetkraft hält zu

Hier ist es umgekehrt. Ein Elektromagnet hält die Tür zu, ein Spannungsausfall gibt sie frei. Der Vorteil: Die Tür lässt sich bei Ausfall immer öffnen. Der Nachteil liegt auf der Hand: Für den Personenschutz an Maschinen mit Nachlauf ist sie ungeeignet.

Wo ist sie dann sinnvoll? Vor allem dort, wo die Zuhaltung den Prozess oder das Produkt schützt, nicht den Menschen. Zum Beispiel, damit der Bediener die Tür nicht mitten im Zyklus öffnet und das Werkstück zerstört, obwohl das Öffnen für ihn selbst ungefährlich ist. Für den Personenschutz nur dort, wo die Risikobeurteilung es ausdrücklich zulässt.

blog-de-zuhaltung-2-stromausfall

Drei Dinge, die bei Zuhaltungen oft übersehen werden

  1. Türstellungs- und Zuhaltungskontakte sind nicht dasselbe. Die einen melden, dass die Tür geschlossen ist, die anderen, dass sie wirklich zugehalten ist. Für den Personenschutz muss die Zuhaltungsüberwachung in den Sicherheitskreis.
  2. Zuhaltekraft. Die Zuhaltung muss halten, wenn jemand an der Tür zieht. Der Hersteller gibt sie im Datenblatt an. Unsere DADISICK-Zuhaltungen der Serie OX-W haben zum Beispiel 1 300 N.
  3. Not-, Hilfs- und Fluchtentriegelung. Überlegen Sie vorab, wie sich die Tür bei einer Störung, beim Service und im Notfall öffnen lässt. Nachträgliche Änderungen an der fertigen Maschine sind immer teurer.

So finden Sie es bei uns

Bei den Zuhaltungen der Serie OX-W unterscheidet die Endung im Bestellcode den Modus. GD = Power to Unlock (Federkraft), GC = Power to Lock (Magnetkraft). Im Namen jeder Zuhaltung sehen Sie direkt auch die Tür- und Zuhaltungskontakte, so lassen sich die Varianten leicht vergleichen. Dazu bieten wir Betätiger OX-K und Sicherheitsgriffe OXSL an. Der Griff OXSL-B-3 hat einen rückseitigen Hebel zur Fluchtentriegelung.

Unsicher, welches Prinzip passt? Schicken Sie uns eine kurze Beschreibung der Maschine und der Nachlaufzeit. Wir beraten Sie, und wenn nötig erstellen wir auch die Risikobeurteilung.